somebody spoke and I went into a dream...

 

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Wandrers Nachtlied

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vöglein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

J.W. Goethe



Melancholie

Schwarz war die Nacht und dunkle Sterne brannten
Durch Wolkenschleier matt und bleich,
Die Flur durchstrich das Geisterreich,
Als feindlich sich die Parzen abwärts wandten
Und zornge Götter mich ins Leben sandten.

Die Eule sang mir grausge Wiegenlieder
Und schrie mir durch die stille Ruh
Ein gräßliches: Willkommen! zu.
Der bleiche Gram und Jammer sanken nieder
Und grüßten mich als längst gekannte Brüder.

Da sprach der Gram in banger Geisterstunde:
Du bist zu Qualen eingeweiht,
Ein Ziel des Schicksals Grausamkeit,
Die Bogen sind gespannt, und jede Stunde
Schlägt grausam dir stets neue blutge Wunde.

Dich werden alle Menschenfreunde fliehen,
Dich spricht kein Wesen freundlich an,
Du gehst die wüste Felsenbahn,
Wo Klippen drohn, wo keine Blumen blühen,
Der Sonne Strahlen heiß und heißer glühen.

Die Liebe, die der Schöpfung All durchklingt,
Der Schirm in Jammer und in Leiden,
Die Blüte aller Menschenfreunden,
Die unser Herz zum höchsten Himmel schwingt,
Wo Durst aus selgem Born Erquicken trinkt,

Die Liebe sei auf ewig dir versagt.
Das Tor ist hinter dir geschlossen,
Auf der Verzweiflung wilde Rossen
Wirst du durchs öde Leben hingejagt,
Wo keine Freude dir zu folgen wagt.

Dann sinkst du in die ewge Nacht zurück,
Sieh tausend Elend auf dich zielen,
Im Schmerz dein Dasein nur zu fühlen!
Ja, erst im ausgelöschten Todesblick
Begrüßt voll Mitleid dich das erste Glück.

Ludwig Tieck




Die Liebe

Die Liebe hemmet nichts, sie kennt nicht Tür noch Riegel
Und dringt durch alles sich;
Sie ist ohn`Anbeginn,schlug ewig ihre Flügel,
Und schlägt sie ewiglich.

Matthias Claudius



Ich fürchte nichts- nichts- als die Grenzen deiner Liebe! Laß auch Hindernisse wie Gebierge zwischen uns treten, ich will sie für Teppen nehmen und drüber in Luisens Arme fliegen. Die Stürme des widrigen Schicksals sollen meine Empfindungen empor blasen, Gefahren werden meine Luise nur reizender machen. - Also nichts mehr von Furcht, meine Liebe! Ich selbst - ich will über dir wachen,wie der Zauberdrach über unterirdischem Golde- Mir vertraue dich! Du brauchst keinen Engel mehr- Ich will mich zwischen dich und das Schicksal werfen- empfangen für dich jede Wunde- auffassen für dich jeden Tropfen aus dem Becher der Freude- dir ihn bringen in der Schale der Liebe. (Sie zärtlich umfassend) An diesem Arm soll meine Luise durchs Leben hüpfen; schöner, als er dich von sich ließ, soll der Himmel dich wieder haben und mit Verwunderung eingestehen, daß nur die Liebe die letzte Hand an die Seele legte.-

F. Schiller (aus: Kabale und Liebe, 1. Aufzug,4.Auftritt)



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